ErektionsstörungenDas Spiel mit der Impotenz ist leider ein Problem, das schwer aufzuhalten ist. Viele Männer setzen in entsprechende Potenzmittel die letzte Hoffnung, um die Symptome der erektilen Dysfunktion zu lindern. Dabei machen sie jedoch den Fehler, auf dubiose SPAM-Mails hereinzufallen, die günstige Potenzmittel, wie Viagra, Cialis oder Levitra versprechen. Dabei gibt es gleich zwei Probleme: Entweder sind die Präparate wirkungslos, oder sie werden nach Vorkasse überhaupt nicht verschickt. Eine Bande aus Potsdam steht nun vor Gericht, weil sie durch wirkungslose Präparate rund 21 Millionen Euro erwirtschaftet haben.

„Ungemein hohe kriminelle Energie – das Ziel war sich hemmungslos zu bereichern.“ – so beschreiben die Ermittler die Bande, die sich mit gefälschten Viagra- und Levitra-Pillen zu Millionen verhalf.

Den Angeklagten wird zur Last gelegt, dass sie Männern versprachen, günstiges Original-Viagra zu verschicken, das letztendlich jedoch wirkungslos oder sogar gesundheitsgefährdend war. Aufgefallen waren die Machenschaften durch einen Hinweis des Original-Viagra-Herstellers Pfizer.

So arbeitete die Viagra-Bande

Tausende Männern soll die Bande mit Viagra-Imitaten (die keinesfalls dasselbe sind wie Viagra Generika) über den Tisch gezogen haben. Geschafft wurde das, durch ein weltumspannendes Netz aus Briefkasten-Firmen und Strohmännern. Über Internetseiten bewarb man die angeblichen Potenzpillen und verkaufte sie über einen Internet-Shop – aufmerksam wurden die meisten Käufer über SPAM-Mails, die willkürlich verschickt wurden. Die Herstellung erfolgte in Asian und wurde dann nach Europa geschmuggelt. Aus Zwischenlagern in Deutschland wurden die Pillen dann ganz einfach an die Besteller verschickt.

Interessant ist vor allem das Zahlungssystem, das hier genutzt wurde. Überweisungen landeten direkt auf Nummernkonten bei Banken in Prag oder auf Zypern. Von dort gingen sie weiter über die Konten von Tarnfirmen und irgendwann landeten sie bei den Betreibern – um Schadensersatzansprüche geltend machen zu können, wurden direkt bei der Festnahme fünfstellige Summe von den Konten der Bandenmitglieder eingezogen.

Die Millionenumsätze wurden vor allem durch ahnungslose Webmaster erwirtschaftet. Diese konnten eine 30-prozentige Provision erzielen, wenn sie potenzielle Kunden von ihrer Webseite auf den Online-Shop weiterleiten. Bei kauf wird die Provision ausgezahlt.

Sieben Männer und eine Frau wurden festgenommen

Es ist nicht ganz klar, wie viele Menschen wirklich zu der Bande zählen. Festgenommen wurden jedoch insgesamt acht Personen, sieben Männer zwischen 30 und 52 Jahren sowie eine Frau (66) – sie alle kommen aus Deutschland und haben ihren Wohnsitz in Potsdam, Treuenbrietzen, Pirmasens, Dresden, Rostock, Remscheid, Kreuztal und Pulheim. Nachdem der ausschlaggebende Hinweis einging, wurde eine umfangreiche Razzia eingeleitet, bei der 300 Zollfahnder 60 Wohnungen durchsuchten. Laut polizeilichen Angaben handelt es sich hierbei um den größten Betrugsfall dieser Art handelt, der jemals und weltweit aufgedeckt wurde.

Es bleibt abzuwarten, wie die Verhandlung ausgehen wird. Experten rechnen mit hohen Geld- und Haftstrafen. Für Verbraucher und Käufer gilt es also weiterhin aufzupassen, denn wirksame Potenzmittel oder auch Schlankheitsmittel sind im Internet verfügbar – allerdings sollte man vor Fälschungen auf der Hut sein.