Heute ist Lovegra das einzige Potenzmittel für die Frau. Viele Nutzerinnen schwören auf die Einnahme und berichten über ein sehr viel intensiveres Sex-Erlebnis und bessere und schnellere Orgasmen. In Expertenkreisen ist die Wirkung von Lovegra umstritten, weshalb Pharma-Unternehmen weiterhin in diese Richtung forschen, um ein Potenzmittel für Frauen zu entwickeln, dass auch Kritiker überzeugt.

Pharma-Unternehmen auf der ganzen Welt haben heute verstanden, dass der Markt für Potenzmittel nicht nur auf die Männerwelt beschränkt ist. Auch Frauen leiden unter sexueller Frustration, Unlust und Orgasmus-Schwierigkeiten.

Ein Mittel, das hier Abhilfe verspricht, wäre nicht nur ein Novum, sondern auch ein echter Kassenschlager, denn der Bedarf ist definitiv vorhanden. Allerdings muss solch ein Potenzmittel „anders“ wirken als beispielsweise das bekannte Viagra, denn die Anatomie der Frau ist im Vergleich zum Mann gänzlich verschieden. Lust entsteht bei Frauen durch entsprechend angeregt Hormone und Neurotransmittern im Gehirn – es ist also eine Kopfsache. Bereits heute werden verschiedene Wirkstoffe erprobt, die Frauen helfen sollen, wieder mehr Lust zu verspüren.

Wirkstoff-Kandidat #1: Fibanserin

Fibanserin wurde eigentlich als Antidepressivum entwickelt – schnell wurde jedoch auch klar, dass die Prozesse, die bei der Einnahme ablaufen, auch für die sexuelle Erregung genutzt werden können. Studien liefen bereits seit 2007 – Ende 2013 war jedoch Schluss: Das Potenzmittel, in das viele Frauen so viel Hoffnung legten, erhielt eine Absage von der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde. Der Grund: zu geringe Wirkung und zu häufige Nebenwirkungen.

Wirkstoff-Kandidat #2:Lorexys

Bei Lorexys handelt es sich um ein sehr junges Präparat, das einen Wirkstoff enthält, der sich aus zwei verschiedenen Antidepressiva zusammensetzt. Die Wirkung wird zurzeit in verschiedenen Studien getestet, sodass noch keine genauen Angaben zur Verfügung stehen – die Entwickler sind jedoch positiv gestimmt.

Wirkstoff-Kandidat #3: Testosteron plus Viagra = Lybrido

Testosteron zeigt bereits bei Männern, das es die sexuelle Erregung steigern kann. Das Unternehmen „Emotional Brain“ setzt bei seinem Präparat Lybrido auf eine Mischung aus Testosteron und Viagra. Wirksam sei die Kombination, weil Testosteron zuerst die Erregungs-Sensibilität im Gehirn optimiert und durch Viagra die Durchblutung der Genitalien angeregt wird. Laut Unternehmenschef Adriaan Tuiten sind die ersten Studienergebnisse sehr positiv. Eine Zulassung ist für 2016 angestrebt.

Wirkstoff-Kandidat #4: Testosteron plus Buspiron = Lybridos

Ebenfalls von Emotional Brain stammt Lybridos, das auf Viagra verzichtet und neben Testosteron Buspiron beimischt. Bei Buspiron handelt es sich um einen Wirkstoff gegen Ängste. Da psychologische Blockaden häufig auch für Unlust verantwortlich sind, soll die Kombination eine große Wirkung zeigen. Auch bei Lybridos soll die Marktreife 2016 erreicht werden.

Die Forschung lässt Hoffnung aufkommen, dass schon in den nächsten Jahren ein Medikament auf dem Markt erscheint, das sexuell frustrierten Frauen wieder zu mehr Lust verhilft. Bisher können zwar noch keine genauen Aussagen über die Wirksamkeit der vorgestellten Präparate gemacht werden, dennoch: Die ersten Testergebnisse stimmen positiv.