Potenymittel generikaAls das Pharma-Unternehmen Pfizer im Jahre 1998 Viagra auf den Markt brachte, wusste man schon während der Entwicklungszeit, dass das Medikament zum Kassenschlager werden sollte, denn: Erektionsstörungen sind ein weitverbreitetes Problem, das unbedingt gelöst werden muss. Und zwar nicht durch invasive Eingriffe, sondern durch eine medikamentöse Behandlung. Viagra konnte diesen Anspruch befriedigen und wurde zum Aushängeschild der Potenzmittel. Bis 2013 konnte Pfizer sein Patent halten und war damit der einzige legale Produzent, der Sildenafil (der Wirkstoff des Viagra Präparats) herstellen durfte. Im Juni 2013 ist dieses Patent jedoch abgelaufen –der Markt für Generika war eröffnet.

Medikament-Patente sichern den Herstellern die alleinigen Rechte zur Herstellung und dem Vertrieb eines Wirkstoffs beziehungsweise Medikament – das war bei Pfizer und seinem Viagra mit dem Wirkstoff Sildenafil nicht anders.

Mit dem Ablauf des Patents dürfen seit Juni 2013 auch andere Hersteller auf den „Potenzmittel-Zug“ aufspringen und eigene Präparate herstellen, die den Wirkstoff Sildenafil enthalten. Und davon gibt es heute eine ganze Reihe.

Warum verlor Pfizer sein Patent?

Der sogenannte PDE-5-Hemmer Sildenafil wurde von Pfizer durch Zufall während einer Studie entdeckt, die sich eigentlich auf die Behandlung von Herzerkrankungen konzentrierte – als Studienteilnehmer von der potenzfördernden Wirkung berichteten, wurde sogleich eine Studie in Auftrag gegeben, die genau diese Wirkung untersuchen sollte. Als das Pharma-Unternehmen merkte, wie positiv die Studie ausfallen würde, wurde sogleich die Zulassung und ein entsprechendes Patent beantragt. Als die Zulassung im Jahr 1998 erfolgte, war Pfizer lange Zeit das einzige Unternehmen mit solch einem wirksamen Präparat im Programm.

Ein Wirkstoff-Patent ist mit entsprechenden Auflagen verbunden. Wichtig ist, dass das Unternehmen die Wirkungsweise und die Entwicklung offenlegt. Außerdem sind Patente nur für einen bestimmten Zeitraum gültig und können nicht verlängert werden. In der DACH-Region und anderen europäischen Ländern beträgt dieser Zeitraum 15 Jahre – diese 15 Jahre sind im Jahr 2013 abgelaufen. In den USA beispielsweise läuft das Patent noch bis 2020.

Wie gut sind die Viagra Generika?

Bereits vor Patent-Ablauf kümmert sich große Pharma-Unternehmen, beispielsweise Ratiopharm, um die Entwicklung entsprechender Generika, die unter anderem in Polen, Indien oder der Türkei hergestellt und pünktlich zur Legalisierung von Viagra-Generika in die Schweiz, nach Österreich und Deutschland geliefert wurden.

Der Preis derartiger Generika liegt weiter unten denen des Originals. So kostet eine Packung der Originale rund 60 Euro – ein Generikum schlägt hier nur mit rund 20 Euro zu Buche. Außerdem bieten Generika eine Bruchstelle, sodass Patienten, die mit weniger als 100 Milligramm pro Dosis auskommen, noch mehr sparen können. Den günstigen Preis entgegnen viele Patienten jedoch mit Misstrauen. Sie fragen sich, ob die Wirkung ebenso gut ist – da jedoch auch in Generika derselbe Wirkstoff enthalten ist und nur das Aussehen verändert wird, ist die Sorge unbegründet, wenn keine Fälschungen vorliegen.

Die Zahl der Viagra-Generika-Hersteller in Deutschland, Österreich und der Schweiz steigt kontinuierlich an. Allein in Deutschland gibt es knapp 30 unternehmen, die die Sildenafil-Produktion beantragt haben. Dennoch greifen viele Patienten weiterhin auf die Originale zu, denn das Vertrauensplus siegt oft über den günstigen Preis.