Das Viagra-präparat des Pharma-Unternehmens Pfizer gilt seit der Veröffentlichung im Jahre 1998 als Heilsbringer für alle Männer, die unter erektiler Dysfunktion leiden. Die hohe Erfolgsquote, geringe Nebenwirkungen und die unkomplizierte Einnahme sind dabei nur einige der Vorteile des Medikaments. Dennoch scheint die Wirksamkeit des Wirkstoffs Sildenafil damit noch lange nicht am Ende zu sein, denn eine neue Studie einiger Wissenschaftler der Universität Bonn untersuchte die fettverbrennende Wirkung des Präparats an Mäusen – mit Erfolg.

Wissenschaftler der Universität Bonn verabreichten Sildenafil, der Wirkstoff der in Viagra enthalten ist und die Symptome der erektilen Dysfunktion lindert, an fettleibige Mäuse – die Frage, die sie damit beantworten wollten: Kann Viagra auch unliebsame Fettpolster schmelzen lassen? Die Ergebnisse der Studie scheinen hier eindeutig in diese Richtung zu gehen, denn: Die Mäuse verloren an Gewicht.

Wie kann Sildenafil bei Übergewicht helfen?

Die Wissenschaftler und Studien-Initiatoren hielten in ihren Ergebnissen fest, dass die Einnahme von Sildenafil bei Mäusen dazu beitrug, sogenannte „weiße Fettzellen“ in beige Fettzellen umzuwandeln. Weiße Fettzellen sind dabei die Fettzellen, die in den Fettpolstern (auch bei Menschen) stecken – beige Fettzellen wiederrum verbrennen Nahrungsenergie, indem sie sie in Wärme umwandeln. Der Effekt: Gewichtsverlust.

Neben dem Gewichtsverlust kann die Einnahme von Sildenafil auch helfen Folgeerkrankungen von Übergewicht zu bekämpfen, denn: Herzprobleme oder Diabetes entstehen sehr viel seltener, wenn sich das Gewicht im Norm-bereich bewegt.

Wichtig ist, dass die Studie nur an Mäusen durchgeführt wurde. Zwar machen die Ergebnisse große Hoffnung, dennoch ist eine Selbstmedikation mit Sildenafil zur Gewichtsreduktion noch keine empfehlenswerte Therapiemöglichkeit. Dennoch zeigt sie wieder einmal, dass in Viagra noch viel mehr Potenzial steckt als bisher angenommen. Weitere Untersuchungen der Wissenschaftler sollen die Effekte nun bestätigen, sodass sie in einigen Jahren vielleicht auch am Menschen nachgewiesen werden können.