ViagraHersteller, wie Pfizer, die ein bestimmtes Präparat als Erstes auf den Markt bringen, dürfen die Vermarktung und den Vertrieb exklusiv für sich beanspruchen, wenn ein entsprechendes Patent beantragt wird. Die Auflagen, die dem jeweiligen Unternehmen im Gegenzug auferlegt werden, beinhalten beispielsweise detaillierte Angaben darüber, wie die Herstellung des Wirkstoffs erfolgt. Pfizer und andere Pharma-Unternehmen, die ihre Patente mit der Zeit (meist nach 15 Jahren) „verlieren“, sehen sich nun dem Druck von Generika-Herstellern ausgesetzt.

Der Ablauf des Viagra- beziehungsweise Sildenafil-Patents (der Wirkstoff des Potenzmittels) war eines der prominentesten Beispiele im letzten Jahr, die zeigen, wie schnell die Umsätze eines Pharma-Unternehmens zurückgehen können, wenn anderen Herstellern „erlaubt“ wird, Generika herzustellen, denn: Die Generika kosten im bis zu 90 Prozent weniger als die Originale – klar, dass Patienten geneigt sind, auf die günstigere Variante zurückzugreifen.

Patent-Ablauf – schlecht für die „Erfinder“

Pfizer war das erste Unternehmen, das einen wirksamen Stoff zur Bekämpfung der erektilen Dysfunktion entwickelte, und konnte davon über mehrere Jahre Millionen-Umsätze einfahren. Heute sieht das jedoch ganz anders aus: Drei von vier verschriebenen Präparaten sind Generika – die Arzneimittelausgaben fallen dank Generika insgesamt um rund 12 Milliarden Euro pro Jahr niedriger aus.

Die Debatte um die Benachteiligung der Erfinder eines Medikaments hatten im Jahr 2012 ihren Höhepunkt – nicht nur das Viagra-Patent lief aus, sondern auch das am häufigsten verschriebene Medikament zur Senkung des Cholesterinwerts „Lipitor“. Das Besondere daran: Auch Lipitor stammt vom Pharma Unternehmen Pfizer, sodass gleich zwei umsatzstarke Präparate Generika-Konkurrenz bekamen.

Generika vs. Originale

Unternehmen, wie Pfizer, sehen den Ablauf des Patents natürlich als Problem, bedeutet es doch, dass Millionen-Umsätze wegfallen. Patienten und Versicherungen freuen sich über die günstigen Alternativen. Die Inhaltsstoffe sind auch bei Generika dieselben, sodass auch die Wirkung gleichbleibt – nur in seltenen Fällen setzen Patienten weiterhin auf die Originale. Vor allem aufgrund des Placebo-Effekts verständlich. Teuer gilt auch heute noch als besser, auch wenn das nicht immer der Fall ist.

2012 war ein schlechtes Jahr für Pfizer, denn das Unternehmen verlor gleich zwei Patente. Eines davon für den Viagra-Wirkstoff Sildenafil. Dennoch ist die Patent-Regelung wichtig, denn: Generika bedeutet Konkurrenz. Und die „zwingt“ Pharma-Unternehmen dazu, weiterhin in Forschung und Entwicklung zu investieren, um Krankheiten mit entsprechend wirksamen Medikamenten zu bekämpfen.